Sensationell - Samuel gewinnt Bronze auf der Weltmeisterschaft!
Der langer Weg bis zur Medaille - Der Weg an die Weltspitze!
Samuel Becker vom Rhein-Berg Karate trainiert seit vielen Jahren bei Ivona und Alexander Heimann. Dass Karate einmal eine so große Rolle in seinem Leben spielen würde, war dabei nicht unbedingt von Anfang an abzusehen. Seine Eltern erzählten, dass sein Vater selbst gerne in seiner Jugend Karate gemacht hätte und auch sein Bruder lange Zeit Karate trainierte. So war Samuel schon seit Kindertagen immer mit dabei, wenn es zum Training ging. Die eigene Leidenschaft für den Sport entwickelte sich allerdings erst etwas später.
Wenn aus Größe Stärke wird
Lange Arme und Beine sind im Karate nicht automatisch ein Vorteil. Seine Körperlänge von 1,95m musste der 15-jährige erst lernen richtig einzusetzen. Bei Samuel gelang das erst im vergangenen Jahr. Plötzlich konnte er seine körperlichen Voraussetzungen immer besser für sich nutzen. Seine Entwicklung nahm seitdem rasant an Fahrt auf. Bei den Ranking-Wettkämpfen im ersten Halbjahr sammelte Samuel wichtige Punkte und kämpfte sich damit bis zur Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Polen.
Erste Runde: Durchatmen! In der ersten Runde setzte sich Samuel mit 4:2 durch. Ein guter Auftakt, der für Erleichterung sorgte. Erst einmal durchatmen – Gott sei Dank, die erste Runde war geschafft!
Zweite Runde: Entscheidung in letzter Sekunde Gegen Rumänien geriet Samuel früh in Rückstand. In der Mitte des Kampfes konnte er den Druck nicht voll halten, konnte zum Ende hin aber noch einmal zulegen. Zählbare Erfolge blieben zunächst aus. Beide Kämpfer hatten bereits Verwarnungen erhalten, der Rumäne sogar Hansoku-Chui. Dann überschlugen sich in den letzten Sekunden die Ereignisse: Der rumänische Kämpfer drückte Samuel mit beiden Händen aus der Kampffläche. Auf der Tribüne herrschte ungläubiges Staunen. Hatte er das wirklich getan? Die Kampfrichter traten zusammen, berieten sich und entschieden auf eine weitere Verwarnung. Diese bedeutete die Disqualifikation des Rumänen. Samuel stand in der dritten Runde.
Dritte Runde: Ein Videobeweis sorgt für die Wende Der nächste Nervenkitzel ließ zunächst auf sich warten. Nach einem Stromausfall in der Halle wurde der Wettkampf fortgesetzt, die Kampfrichter setzten nur das Flaggensystem ein. Samuel traf auf den starken Spanier, der zunächst in Führung ging. Doch Samuel blieb aktiv, suchte seine Chancen und versuchte, den Rückstand aufzuholen. Dann kam die buchstäblich letzte Sekunde. Beim Stand von 1:2 aus Samuels Sicht brachte er einen Mawashi-Geri ans Ziel. Zwei Fahnen gingen hoch – zu spät - der Hauptkampfrichter beendete das Duell. Auf der Zuschauertribüne wurde es unruhig. Ausgerechnet Samuels Mutter hatte den entscheidenden Moment mit ihrem Handy gefilmt. Und die Aufnahme war aus einem so guten Winkel entstanden, dass sich erkennen ließ: Samuels Fuß hatte das Ziel bereits 0,3 Sekunden vor Ablauf der Kampfzeit erreicht. BTA Tim Milner organisierte den Protest. Diesem wurde stattgegeben, die drei Punkte wurden Samuel zugesprochen. Aus dem vermeintlichen Aus wurde ein 4:2-Sieg für den Sportler aus Bergisch Gladbach. Die Erleichterung war riesig. Manchmal liegen zwischen Niederlage und Sieg eben nur wenige Zehntelsekunden – und der Mut, für die richtige Entscheidung einzustehen.
Vierte Runde: Souverän ins Poolfinale Im Poolfinale wartete Italien. Der italienische Kämpfer war in seinen vorherigen Begegnungen vor allem durch seine starken Fußtechniken aufgefallen. Doch Samuel gelang es, diese nahezu vollständig auszuschalten. Mit seinen langen Fausttechniken erarbeitete er sich eine 2:0-Führung. Anschließend verteidigte er seinen Vorsprung souverän bis zum Ende. Der nächste Sieg war geschafft! Doch für den Einzug ins Finale sollte es nicht reichen: Im anschließenden Halbfinalkampf setzte sich der Portugiese deutlich durch. Manchmal stehen einem die Gedanken doch im Weg.
Ein neuer Tag, eine neue Chance Am nächsten Wettkampftag sollte sich gegen Kroatien entscheiden, ob er sich die Bronzemedaille sichern konnte. Sein Gegner hatte sich seinen Weg durch die Trostrunde hart erkämpft und vier Kämpfe absolviert – darunter auch eine Begegnung gegen die Nummer eins der Weltrangliste. Eine schwierige Aufgabe, die Samuel alles abverlangen würde. Sein Heimtrainer Alexander Heimann wollte seinen Schützling in dieser entscheidenden Phase nicht allein lassen. Er flog noch am Vorabend nach Polen, um Samuel zu unterstützen. Alle waren bereit für diesen letzten Kampf. Die Anspannung war spürbar.
Bronze! Wieder geriet Samuel zu Beginn in Rückstand. Er ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Im Clinch ging er körperlich entschlossen gegen den Kroaten vor. Dieser verlor dadurch zunehmend den Mut, während Samuel seine körperlichen Vorteile immer besser ausspielte. Mit seinen langen druckvollen Tsukis setzte er die entscheidenden Treffer und arbeitete sich Punkt für Punkt nach vorne. Dann stand das Ergebnis fest: 4:2 für Samuel Becker! In diesem Moment fiel die ganze Anspannung ab. Freude und Erleichterung waren überall spürbar. Bei Samuel, bei seinen Eltern, bei den Trainern und beim DKV-Team. Nach all den nervenaufreibenden Kämpfen, den knappen Entscheidungen und den bangen Momenten war es tatsächlich geschafft.
Samuel Becker vom Rhein-Berg Karate gewinnt die Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft in Polen!
Herzlichen Glückwunsch


